Betrifft Kinder

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Ordnen, zerstören und neu ordnen

Es ist eine spannende und lohnende Aufgabe zugleich, Kinder mit naturwissenschaftlichen Themen bekannt zu machen. In einer Reihe von Beiträgen stellt Herbert Österreicher dazu Themen vor, die innerhalb der betreffenden MINT-Disziplin von Bedeutung sind, sich aber auch besonders gut eignen, mit konkreten Beispielen das Interesse von Kindern auf die Sachverhalte zu lenken und sie zu eigenen, weiteren Aktivitäten anzuregen. 

 
 
Wasser formt und prägt die Landschaft
 
Auch ohne jedes menschliche Zutun befindet sich die Oberfläche unseres Planeten in ständiger Veränderung. Gelegentlich stehen dahinter große bis katastrophale Einzelereignisse wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche, aber im Grunde sind die alltäglichen und häufig unterschätzten Kräfte von Sonneneinstrahlung und Niederschlägen, Wind und Wellenschlag weitaus wirkungsvoller. Sie formen in vielfältiger Weise und unaufhörlich die Gestalt der Erde, wobei sie sich oft gegenseitig verstärken und die Abtragung und Umlagerung von Gesteinen aller Art bewirken. Ausmaß und Geschwindigkeit der Abtragungsprozesse werden dabei im Wesentlichen von der Schwerkraft bestimmt und je nach Ergebnis lassen sich verschiedene Formen unterscheiden: z.B. Abschwemmung von Boden bis hin zu Hangrutschungen, Veränderungen bei Flussufern und Meeresküsten oder Verlandung von Seen. Alle diese Effekte werden mit dem Begriff Erosion zusammengefasst, wobei je nach Ursache der Massenverlagerungen zwischen Wind- und Wassererosion unterschieden wird. Die Ablagerung des transportierten Materials wird allgemein als Sedimentation bezeichnet.
 
Die formende Kraft des Wassers zeigt sich im Kleinen wie im Großen an zahlreichen Beispielen, angefangen von den Dingen und Stoffen, die fließendes Wasser bewegen und transportieren kann bis hin zu den Veränderungen von Hängen, Fließrinnen und Ufern.




Spuren des Wassers
 
Auf seinem Weg verändert Wasser in vielfältiger Weise die Oberfläche einer Landschaft – und vor allem in Karstgebieten auch den Untergrund. Erosions- und Sedimentationsprozesse gehen dabei Hand in Hand. Dabei spielt auch eine große Rolle, wie der betreffende Boden beschaffen ist: Auf lockeren, kiesigen Böden kann ein Großteil des Wassers versickern, während schwere, lehmige oder stark verdichtete Böden Wasser nur sehr langsam oder gar nicht aufnehmen. Erst recht trifft das auf versiegelte Flächen zu, auf denen das Wasser stehen bleibt oder – bei entsprechender Geländeneigung – den nächstbesten Abfluss sucht.


Das Experiment
 
Zunächst wird die Holzplatte (oder Wanne) so aufgestellt, dass sie an einer Seite etwas erhöht steht. Dann geben die Kinder Steine, Sande und Holzstückchen auf die Fläche, wobei es ihnen überlassen ist, wie sie die Materialien dort anordnen. Wenn sie mit der Gestaltung dieser »Miniaturlandschaft« fertig sind, lässt man am oberen Ende der Fläche langsam Wasser einfließen ...

Tipp: Bei tropfenweiser Wasserzuführung wird der Versuch zum Langzeitexperiment. Außerdem könnten die Materialien eventuell nur auf der oberen Hälfte der Platte angeordnet werden, um das Abschwemmen von Sand, Erde etc. besser verfolgen zu können.
 
 
Das macht Kinder neugierig 
 
  • Was passiert, wenn viel oder wenig Wasser zugeleitet wird?
  • Wie wirkt sich die unterschiedliche Neigung der Fläche aus?
  • Kannst du zwei Zeichnungen machen um zu zeigen, wie die Sand-Stein-Holzlandschaft vor und nach der Wasserzufuhr aussieht?
  • Können wir eine solche Sandlandschaft gegen die Zerstörung durch das Wasser schützen? Wie könnte das gehen?

     
Herbert Österreicher ist Diplom-Ingenieur und Magister artium. Er plant und gestaltet Außenanlagen und Gärten von Kindereinrichtungen. Darüber hinaus führt er Seminare und Exkursionen zu verschiedenen Bereichen der Umweltbildung durch und ist als Autor für Fachzeitschriften und Verlage tätig. 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.kinderfreiland.de
 


Den vollständigen Beitrag können Sie in unserer Ausgabe Betrifft KINDER 06-07/17 lesen.



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